Bei der THG-Bewertung von Produkten muss das ganze System betrachtet werden, um Verlagerungseffekte zu vermeiden. In Deutschland wird sowohl Milch als auch Fleisch konsumiert. Dieser Bedarf kann auf unterschiedlichen Wegen gedeckt werden.
Aktuell ist Deutschland ein Nettoimporteur von Rindfleisch. In der vorliegenden Studie wurden vier verschiedene Szenarien zur Erhöhung der Eigenproduktion von Rindfleisch untersucht und hinsichtlich ihrer THG-Emissionen bewertet. Werden ausschließlich Holstein Friesian-Kühe gehalten, kann der deutsche Rindfleischbedarf nicht gedeckt werden. Dies gilt auch für den Fall, dass Holstein Friesian-Kühe konsequent mit Fleischrassen besamt werden. Nur zwei der vier modellierten Szenarien erlaubten eine Deckung des deutschen Rindfleischbedarfs. Das war zum einen die ausschließliche Haltung von Kühen der Doppelnutzungsrassen. Zum anderen die kombinierte Haltung von Fleckvieh und Holstein Friesian-Kühen, wobei bei Letzteren eine konsequente Beef on Dairy (BoD)-Strategie umgesetzt wurde. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass im reinen Fleckvieh-Szenario die Mutterkuhhaltung obsolet würde. Dies könnte eine Minderung positiver Ökosystemdienstleistungen der Mutterkuhhaltung zur Folge haben.
Von:  Diana Schneider1
; Vanessa Karger1
; Monika Zehetmeier1
; Kay-Uwe Götz2
; 1 Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökonomie, Arbeitsgruppe Klimawirkung und Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Produktionssysteme
; 2 Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Tierzucht; E-Mail: monika.zehetmeier@lfl.bayern.de