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Betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Milchproduktion in Deutschland

Die dargestellte Dynamik der zahlreichen und simultan wirkenden Einflussfaktoren des ökonomischen Erfolgs in der Milchproduktion verdeutlicht die Schwierigkeit von Erfolgsprognosen. Grundsätzlich führen der EU-Beschluss zur Reform des Milchmarktes und zu den Gemeinschaftsregelungen für Direktzahlungen (Entkopplung, Modulation, Degression und Cross Compliance) sowie weitere Maßnahmen der deutschen Agrar- und Finanzpolitik zu Einkommensdepressionen im Durchschnitt der Milchviehhalter. Allerdings können diese Einflüsse mittelfristig insbesondere durch Kostenreduktionen, u. a. durch Größendegression und den Biotechnologieeinsatz in der Rinderzucht, gedämpft werden. Je nach Ausgestaltung der Entkopplung können einzelne Milchproduzenten aber auch zu Gewinnern der anstehenden Agrarreform werden. Die Masse wird jedoch insbesondere aufgrund der Interventionspreissenkungen mit geringeren Gewinnen Vorlieb nehmen müssen. Die bislang und zukünftig überdurchschnittlich erfolgreich wirtschaftenden Betriebsleiter sollten insgesamt von der Entwicklung profitieren. Denn es zeichnet sich ab, dass durch die Reformen der Strukturwandel forciert wird. Die maßgeblichen Produktionsfaktoren Boden und Quote werden dann verstärkt zum besseren Bewirtschafter wandern können. Dabei werden die Wachstumsschritte auch größer ausfallen, da zunehmend mittlere oder auch größere Betriebe aufgeben. Die annähernde Halbierung der deutschen Milchviehhalter seit 10 Jahren auf gegenwärtig weniger als 130.000 könnte in den nächsten 10 Jahren erneut erreicht werden, mit nur noch 60.000–70.000 Milchviehhaltern (vgl. BMVEL, 2002, 133). In diesem Zusammenhang ist nicht auszuschließen, dass die Konzentration der Milchviehhaltung auch zu verstärkten Konzentrationsprozessen in der institutionellen Milchviehzüchtung führen wird.

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Autor:E. BAHRS


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