Fütterungsbedingte Schadensfälle in Milchviehbeständen
J. Kamphues1 ; Petra Wolf1 ; Anne Mößeler1 ; 1Institut für Tierernährung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bischofsholer Damm 15, 30173 Hannover, E-Mail: josef.kamphues@tiho-hannover.de
Zusammenfassung
Futtermittel und Fütterungsbedingungen (insbesondere die Rationsgestaltung) sind auch in Milchviehbeständen nicht selten die Ursache von Gesundheitsstörungen und/oder Leistungseinbußen. Die hierbei möglichen Schäden (im Sinne von finanziellen Einbußen) reichen von Leistungsminderungen in Form von geringerer Fruchtbarkeit, reduzierter Milchmenge oder auch Veränderungen in der Milchqualität über klinische Störungen (gekoppelt mit Behandlungskosten) bis hin zu Tierverlusten (m. o. w. plötzliches Verenden einzelner oder mehrerer Tiere). Im Unterschied zu den Bedingungen in der Schweine- und Geflügelhaltung, wo Alleinfutterkonzepte üblich sind, ist in der Milchkuhfütterung die Aufdeckung von Schwachstellen und Fehlern in der Fütterung, d. h. die ursächliche Klärung derart bedingter Probleme, sehr viel schwieriger. Die Vielfalt von Futtermitteln mit ihrer Variation in Zusammensetzung und Qualität, die Unterschiede in der Rationsgestaltung in Abhängigkeit von betrieblichen Gegebenheiten (Haltung/Fütterungstechnik) und vom Leistungsstadium (Trockenstehzeit/Hochlaktation) und nicht zuletzt die erhebliche individuelle Variation in der Futteraufnahme (betrifft die Menge und Relation der diversen Komponenten in der Ration) erklären die besondere Herausforderung für Tierärzte in der Bestandsbetreuung, wenn es um möglicherweise fütterungsbedingte Probleme in Milchviehbetrieben geht. Eine umfassende nutritive Anamnese, die Befunderhebung vor Ort (inklusive der klinischen Untersuchung), die Entnahme diverser Proben (von Futtermitteln und Tieren) sowie die Rationskontrolle und -korrektur bilden hierbei die Grundlage einer ätiologischen Klärung und Problemlösung.
Keywords/Stichworte:Milchkühe; Schadensfälle; Fütterung; nutritive Anamnese; Herdengesundheit
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