Die Bedeutung der Küche für die Evolution des Menschen
Jutta Muth1 ; U. Pollmer2 ; 1Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V., 80339 München, Kiliansplatz 2. (Nach einem Vortrag von Udo Pollmer: Welche Qualität haben unsere Ernährungsempfehlungen anlässlich der DGfZ-Jahrestagung in Gießen am 16.9.2009, basierend auf einer Publikation von JM & UP: Der Mensch – ein Coctivor. EU.L.E.n-Spiegel 2007, H. 3/4; 2Korrespondenz: Udo Pollmer, Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V., Eppinger Str. 4, D-75050 Gemmingen, E-Mail: Upollmer@aol.com.
Zusammenfassung
Aufgrund der anatomischen Merkmale von Gebiss und Gastrointestinaltrakt erweist sich der Mensch im Vergleich zu den großen Menschenaffen als Coctivor. Er ist auf zubereitete, leicht verdauliche Kost angewiesen. Erst die Nutzung des Feuers und die Entwicklung der Küchentechnik ermöglichten eine hohe Energieausbeute aus der Nahrung bei geringer Verdauungsarbeit, die Ressourcen für die schnelle Vergrößerung seines Gehirns freimachte. Insofern spielt die Kochstelle eine Schlüsselrolle in der menschlichen Evolution. Zur Entwicklung der modernen Zivilisation allerdings passte der Mensch seine Nahrungsquellen wiederum an seine verdauungsphysiologischen Gegebenheiten an. Angesichts der enormen Bedeutung der Manipulation von Nahrung, angefangen von der Züchtung bis hin zur Verarbeitung, lag es nahe, das Vorliegen derartiger Verhaltensweisen auch im Tierreich zu prüfen. Es zeigte sich, dass viele Verfahrenstechniken prinzipiell auch von Tieren praktiziert werden – allerdings ohne vom enormen Nutzen des Kochens profitieren zu können.
Keywords/Stichworte:Evolution des Menschen; Coctivor; Gehirn; Verdauungstrakt; Lebensmittelverarbeitung; Feuer
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