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Züchtungskunde, 79, (1) S. 59 – 69, 2007, ISSN 0044-5401

Aktuelles zu den Ursachen der Labmagenverlagerung

K. Doll

Zusammenfassung:
Die Beeinträchtigung der Labmagenmotilität sowie die vermehrte Gasansammlung im Labmagen gelten als Grundvoraussetzungen für eine Verlagerung. Prädisponierend hierfür wirken Risikofaktoren wie die Zugehörigkeit zu bestimmten Rassen (u.a. Holstein- Friesian, Simmental-Red-Holstein-Kreuzungen, Guernsey), genetische Einflüsse, Zwillingsträchtigkeit, erste Laktationswochen, Stoffwechselstörungen (Ketose, vermehrte Lipomobilisation, Insulinresistenz), Fütterung einer kraftfutterreichen und strukturarmen Ration sowie andere Erkrankungen (Endometritis, Mastitis, Klauenerkrankungen u.a.). Kontrovers diskutiert wird ein Zusammenhang mit der stark angestiegenen Milchleistung sowie die Bedeutung von Endotoxinen. Neuere Untersuchungen konzentrieren sich auf mögliche Funktionsstörungen des enterischen Nervensystems in der Labmagenwand. So wurde bei Labmagenpatienten eine vermehrte Aktivität der neuronalen Stickoxid-Synthase (NOS) sowie eine verringerte Acetylcholin-Sensibilität nachgewiesen. Bezüglich der Gehalte an den Neutrotransmittern „Substanz P“ (SP) und „Vasoaktives Interstinales Polypeptid“ (VIP) in der Labmagenwand bestehen nach eigenen Untersuchungen deutliche Rassenunterschiede. Im Vergleich zum Deutschen Fleckvieh war bei gesunden Deutschen Holstein-Kühen die Motilitäts-stimulierende Substanz P vermindert, der Gehalt an hemmendem VIP erhöht. Zusätzlich zu den anderen Einflussfaktoren könnte dies möglicherweise erklären, warum Holstein-Kühe häufiger an Labmagenverlagerung erkranken.

english abstract

Keywords/Stichworte:Rinder, Labmagenverlagerung, Risikofaktoren, Pathogenese, Heritabilität

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